Loppa Cardigan – ein Rendezvouz mit der Schere

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schneiden
(unregelmäßig, haben)
schneidet * schnitt * hat geschnitten


Stricken in Fair Isle Technik und ein Steek, der im Anschluss aufgeschnitten wird – das war wohl DIE Herausforderung meines Sommers in Sachen Handarbeit.

Und ich bin ehrlich, wenn nicht Maria und Torben davon in ihrem wunderbaren Strickpodcast Nadelstärke3komma5 auf YouTube geschwärmt hätten und noch dazu in einem Steek-Kal dazu aufgerufen hätten, dann wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen. Wer schneidet denn schon freiwillig in sein gerade vollendetes Strickstück hinein? Und das auch noch mitten hindurch?

Bei Wolle&Design  findet ihr einen wunderbaren Artikel zur Geschichte des Fair Isle Strickens. Denn man mag es kaum glauben, aber schon seit Jahrhunderten schneiden die traditionellen Stricker dieser Shetland Insel durch ihre Strickstücke. Warum? Ganz einfach, weil es sich in Runden wesentlich leichter mit mehreren Fäden stricken lässt als in Reihen.

Natürlich wird jeder Stricker im Laufe seiner Strickkarriere auf das Thema steeken stoßen. Doch ich wage zu behaupten, dass die Meisten eher einen Bogen darum machen. Jeder Frickler weiß, wie viel Zeit und Mühe in einem Strickprojekt steckt. Wird dann auch noch mit mehreren Fäden gestrickt, ist der Gedanke daran, im Anschluss alles zu “zerschneiden” eine regelrechte Horrorvorstellung. So bleibt das Phänomen Steek und das zerschneiden desselbigen häufig unentdeckt.

Maria war diejenige, die mir die Angst genommen hat. In einer Story auf ihrem Instagram Account zeigte sie, wie sie das erste mal einen selbstbestrickten Cadigan mit Steek zerschnitt. Das hat mich wirklich beeindruckt. Als die zwei in ihrem Podcast auch noch zum Steek-kal aufrufen, war klar, da mach ich mich. Bis November läuft der Kal noch. Gemeinsam stricken wir Projekte, die gesteekt werden und posten unter dem Hashtag #steekkal auf Instagram unsere Projekte. Ich bin mir nicht sicher, ob es tatsächlich auch noch eine Verlosung dazu geben wird, da es recht ruhig um Nadelstaerke3komma5 geworden ist. Trotzdem zeigen einige dort ihre Projekte und meins könnt ihr dort auch sehen.

Ich habe den Loppa Cadigan von Pinneguri gestrickt. Ich habe seit wirklich langer Zeit mal wieder das zweifädige Stricken geübt. Dabei hat mir mein Strickfingerhut sehr geholfen. Ich habe das Jamieson und Smith Garn verwendet, welches ihr seit kurzem bei Lanade kaufen könnt. Das Garn ist zunächst wirklich kratzig und fest, nach dem Waschen flufft es jedoch auf und ich kann den Cardigan auch wunderbar über einem T-Shirt tragen.

Der Cardigan wird in Runden von oben nach unten gestrickt. Die Rundpasse ist wohl das Spannendste am Strickwerk, wobei der Körper durch die Sprenkel auch nicht allzu langweilig und zehrend wird. Für den Steek habe ich 5 Maschen in der Mitte angeschlagen.

In der Mitte ist der Steek deutlich zu erkennen.

Ich habe wirklich nicht lange gebraucht, die Jacke zu stricken. Wie immer hatte ich auf die Ärmel keine Lust, aber da ich unbedingt an dem Punkt mit der Schere angelangen wollte, gingen auch diese fast wie von selbst.

Und dann war es soweit. Bevor ich den Steek durchschnitt, entschied ich mich die Maschen mit einer Häkelreihe zu sichern. Gefühlte 100 YouTube Videos habe ich mir dazu angeschaut und trotzdem habe ich echt geschwitzt, als die Schere zum Einsatz kam. Letztlich ist aber alles gut gegangen und die Häkelkante verhindert das Aufriffeln der Maschen perfekt.

Ich kann euch wirklich nur Ermutigen, es selbst auszuprobieren. Mit mehr Stolz kann man ein Kleidungsstück eigentlich kaum tragen.

 

Ich hab übrigens schon das nächste Projekt mit Steek hier liegen und auch das mehrfarbige Stricken hat mir so viel Spaß gemacht, dass dies nicht das einzige Fair Isle Projekt im Sommer geblieben ist. Aber dazu die Tage mehr!

eure Antje

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